Das Projekt

Ob beim Posten, Liken oder Sharen – auch in Sozialen Medien gehört Lesen zum Alltag. Dort setzt das Projekt "Lesen macht stark: Lesen und digitale Medien" an und richtet sich an Kinder und Jugendliche im Alter von drei bis 18 Jahren, denen der Zugang zum Lesen und zu Medien erschwert ist. Fünf außerschulische Aktionen schlagen dabei die Brücke von alltäglicher Mediennutzung zur Leseförderung und greifen die Interessen der Zielgruppe auf.



Bibliotheken und andere Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit sowie der kulturellen Bildung sind aufgerufen, in ihren Städten und Gemeinden "Bündnisse für Bildung" zu initiieren, die sich der Durchführung der Aktionen widmen. Unterstützt werden diese Bündnisse von Ehrenamtlichen, die zur Leseförderung mit digitalen Medien bundesweit kostenlos durch die Stiftung Digitale Chancen qualifiziert werden.

  • Die Ziele

    Kinder und Jugendliche wachsen heute in einer konvergenten Medienwelt auf. Dabei spielen klassische Medien ebenso eine Rolle wie digitale Angebote. Inhalte werden zunehmend cross-medial genutzt und bearbeitet. Voraussetzung für diese Form der Mediennutzung ist immer auch die Fähigkeit zu lesen und sich mediale Inhalte durch Lesekompetenz zu erschließen. Das Förderprojekt "Lesen macht stark: Lesen und digitale Medien" möchte daher:

    • Freude am Lesen vermitteln
    • Lese-, Informations- und Medienkompetenz vertiefen
    • Bildungschancen verbessern

    Ziel ist dabei auch die nachhaltige Vernetzung der Akteure vor Ort und die Stärkung des zivilgesellschaftlichen Engagements für eine bessere Bildung.

  • Die Aktionen

    Die Aktionen können inhaltlich passend zu der jeweiligen Alterszielgruppe frei gestaltet werden.
    Dabei können die Kinder und Jugendlichen beispielsweise Videos, Filme, Hörspiele und andere Medienformate produzieren und verbinden und so die Vielfalt des Internets und Social Webs nutzen, um eigene Geschichten zu erarbeiten, zu teilen und zu verbreiten.

    Oder auf Basis einer gelesenen Geschichte wird die eigene Lebenswelt erkundet. Anwendungen wie z.B. Geo-/Edu-Caching, Gaming oder Social Media Anwendungen verbinden dabei kreativ den virtuellen mit dem realen Sozialraum.

    Zur Antragsstellung

    Zur Durchführung der Aktionen werden Ehrenamtliche gewonnen, teilweise unterstützt durch Autorinnen und Autoren sowie (medien-)pädagogische Fachkräfte. Die Ehrenamtlichen werden durch eine Qualifizierung auf ihre jeweiligen Aufgaben vorbereitet.

    Die Stiftung Digitale Chancen hat dafür eine medienpädagogische Basisqualifizierung entwickelt und bietet kostenlose Schulungen im gesamten Bundesgebiet an.

    Projektideen                                                                                                                                                  

    Hier finden Sie Hinweise und Ideen für die inhaltliche Ausgestaltung Ihrer freien Projektskizze, die zu Ihren lokalen Bedarfen und Potentialen sowie der gewählten Zielgruppe altersgerecht passen.

    Die Gestaltung Ihrer Aktionen sollte sich an der jeweiligen Lese- und Mediensozialisation sowie an der kognitiven und sozialen Entwicklungsstufe von Kindern und Jugendlichen zwischen 3 und 18 Jahren orientieren. Sie können dabei verschiedene mediale Formate, Textsorten und technische Geräte frei wählen und kombinieren.

    Schaubild mediale Formate und Projektideen

    Für Klein-/Vorschulkinder und Leseanfänger (ca. 3-5 Jahre): Bilderbuchkino digital - "Pippilothek??? Eine Bibliothek wirkt Wunder"                                                                                     Führen Sie mit den Kindern eine "Bilderbuchkino"-Veranstaltung in der Bibliothek durch. Projizieren Sie dafür die Bilder auf eine Leinwand, lesen Sie die Geschichte vor und lernen Sie gemeinsam den leselustigen Fuchs und die schlaue Maus kennen. Lassen Sie die Kinder die Geschichte durch selbst gebastelte Fingerpuppen oder gemalte Bilder weitererzählen und schicken Sie sie auf den Spuren von Maus und Fuchs auf Forschungstour durch die Bibliothek. Über erste Erfahrungen mit digitalen Lesestiften helfen Sie den kleinen Bibliotheksbesuchern, Bilderbücher auf eine neue Art zu entdecken und ihre Lesefreude zu entwickeln. 

    Für Kinder mit ersten Lesekenntnissen (ca. 6-8 Jahre): Klick it! Vom Buch zum Netz
    Gemeinsam mit den Kindern lesen Sie eine Geschichte, die ihre Lebenswelt widerspiegelt und eine Heldenfigur zum Thema hat. Um das Leseerlebnis zu vertiefen, überlegen Sie sich gemeinsam Fragen zu Handlung und Figuren und helfen den Kindern, diese im Internet zu recherchieren. Dazu führen Sie sie in den Umgang mit geschützten Surfräumen über Kindersuchmaschinen und auf altersgerechten Webseiten ein. Mit den gesammelten Informationen gestalten die Kinder anschließend einen Steckbrief über ihren Helden oder ihre Heldin.

    Für Kinder mit ersten Lesekenntnissen und Jugendliche (ca. 9-12 Jahre): Fotostory 2.0 – Fotografiere Deine Geschichte
    Lesen Sie gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen eine zu ihrer Lebenswelt passende Geschichte und laden Sie dazu einen Vertreter oder eine Vertreterin einer zur Handlung passenden lokalen Einrichtung ein (z. B. Feuerwehr, Polizei, Reitverein) oder wählen Sie eine andere altersgerechte Heldenfigur. Inspiriert durch das Gelesene können Sie mit den Kindern die Einrichtung besuchen oder die Vertreterin oder den Vertreter interviewen. Helfen Sie den Kindern und Jugendlichen anschließend mit Hilfe von Tablet-PCs eine thematisch passende Fotostory zu entwickeln und diese grafisch umzusetzen.

    Für Jugendliche (12-15 Jahre): Read Social! Offline lesen, online erzählen
    Laden Sie einen Jugendbuchautor oder eine -autorin zu einer Lesung in die Bibliothek ein. Ausgehend von der Geschichte leiten Sie die Jugendlichen an, die Handlung in sozialen Netzwerken und mit anderen Social Web-Anwendungen kreativ und selbstbestimmt weiterzuerzählen und zu kommentieren. Gestalten Sie dafür nach Wahl der Jugendlichen gemeinsam einen Blog, eine Chronik in einem Profil, ein Wiki, einen Podcast oder ein Video und tauschen Sie sich auf Social-Reading-Plattformen mit anderen Leserinnen und Lesern aus.

    Für Jugendliche (16-18 Jahre): Go life! Was will ich werden?
    Wie können das Internet und soziale Medien zur beruflichen Orientierung und Selbstdarstellung genutzt werden? Ausgehend von einem gemeinsam gelesenen Text, der Jugendliche in der Phase der beruflichen Orientierung zum Thema hat, werden die Jugendlichen vor die Aufgabe gestellt, sich mit Hilfe sozialer Netzwerke und anderer Social Web-Anwendungen mit sich selbst, ihren Fähigkeiten und den Fragen und Wünschen, die während der Berufsorientierung aufkommen, auseinanderzusetzen.

     

  • Die Bündnisse

    Kompetenzen bündeln, Synergien nutzen und so Nachhaltigkeit schaffen: Mindestens drei Institutionen bilden gemeinsam ein "Bündnis für Bildung". So soll die außerschulische kulturelle Bildungsarbeit auf lokaler Ebene gestärkt werden. Die Partner verpflichten sich verbindlich zur Zusammenarbeit.

    Institutionen, die im Bereich Leseförderung oder Kinder- und Jugendarbeit tätig sind können sich am Projekt beteiligen, wie beispielsweise:

    • Bibliotheken
    • Einrichtungen der beruflichen Bildung
    • Einrichtungen der kulturellen Bildung
    • Jugendeinrichtungen oder -verbände
    • Kitas
    • Schulen
    • Vereine
    • Einrichtungen der Wohlfahrtspflege
    • Migrantenorganisationen
    • kirchliche Institutionen
    • Buchhandlungen
    • und viele andere
  • Die Ehrenamtlichen

    Die Bündnispartner gewinnen für die Durchführung der Aktionen ehrenamtliche Helfer. Sie sollen vor Ort die Projektleitenden unterstützen.

    Die Stiftung Digitale Chancen entwickelt auf Basis der Projektideen Curricula, zu dem die Ehrenamtlichen durch eine entsprechende Qualifizierung der Stiftung bundesweit kostenlos geschult werden.

    Die Schulungen erfolgen vor Beginn der Aktionen. Ehrenamtliche, die Teil eines "Bündnisses für Bildung" sind, können sich auf folgender Website online anmelden: http://qualifizierung.digitale-chancen.de/lms

  • Zur Entstehung

    "Lesen macht stark: Lesen und digitale Medien" ist ein Projekt des Deutschen Bibliotheksverbands e.V. (dbv) in Kooperation mit der Stiftung Digitale Chancen gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen von "Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung".

    Für das Konzept "Lesen macht stark: Lesen und digitale Medien" erhalten der Deutsche Bibliotheksverband e.V. (dbv) und die Stiftung Digitale Chancen Projektfördermittel durch das BMBF.

    Der Deutsche Bibliotheksverband wurde in einem bundesweiten Verfahren als einer von 34 Bundesverbänden und -initiativen aus insgesamt 163 Bewerbern vom BMBF ausgewählt. Von 2013 bis 2017 werden gemeinsam mit dem Verbundpartner, der Stiftung Digitale Chancen, "Bündnisse für Bildung" durch und mit Bibliotheken und anderen Einrichtungen initiiert.